Presse
Über die Arbeiten
Andrea Künkele ist primär Malerin, auch wenn sie in jüngster Zeit verschiedentlich Experimente mit Installationen gemacht hat: Farbige Bildräume in kräftigem Blau, Gelb, Rot, Grün – klar gegliedert durch Vertikale und Horizontale, häufig von einer Rahmung umschlossen.In den Vormittagstunden in ihrem Atelier, die sie gegen alle Außenanforderungen behauptet, erschafft Andrea Künkele sich eine eigene Welt.
Hier kann sie sich frei bewegen und immer wieder das Verhältnis von Figur und Grund, von helleren und dunkleren Farben, von Kontrasten und Harmonien in Variationen durchspielen.
Es geht ums Ganze und um die große Form auch bei kleineren Formaten. Von Raum und Freiheit erzählen die Bilder „von dem Zimmer für sich alleine“, das Frauen nicht nur zu Zeiten von Virginia Woolf, sondern auch heute noch benötigen, wenn sie eigenständig werden wollen. Andrea Künkele hat es sich erobert und weiß es produktiv zu nutzen.
Text: Dr. Irene Bellow Kunsthistorikerin - 2003
Lokales Bünde - 8.März 05
Ausstellung: Menschenform
.... Auf den ersten Bildern der Reihe sind es schlanke Formen, die noch nicht als Torsi zu erkennen sind. aus den körperlosen Formen entwickeln sich nach und nach schlanke Menschenbilder, zunächst Frauenkörper und dann Männer.
Nicht immer leuchten sie rostrot, A.K. kontrastiert die die farbigen mit farblose-
grauen Arbeiten, bei denen die Körper erst beim näheren Hinsehen deutlich werden. Der Weg an den Arbeiten vorbei hat etwas Filmisches und prägt sich ein.....
Im Krankenhaus wird auch Ölmalerei ausgestellt, deren Leuchtkraft sofort ins Auge fällt. Hier arbeitet die Künstlerin gegenstandslos, vertraut ganz auf die Farbe, die geometrischen Formen und die Kontraste der helleren und dunkleren Flächen. Andrea Künkele nutzt dabei unterschiedliche Formate, die sie geschickt in Beziehung bringt. das gilt auch für die reliefartigen Menschenformen.
Text von: Marold Osterkamp
Westfalen Blatt Nr.23 - 27.Januar 06
Ausstellung: Bekanntes und Unbekanntes
Insgesamt 50 teilweise großformatige Ölbilder sind in der Vernissage zu sehen.
Neben expressiven Werken in kräftigen Farben (wie Rot, Grün, Orange) und Formen, für die Künkele bekannt ist, werden von der freischaffenden Künstlerin erstmals auch Portraits ausgestellt. Nicht von irgendwem, sondern von Musikgrößen wie den Bandmitgliedern der Beatles, Stones und
etwa David Bowie.
Ihre Leidenschaft für die Portraitmalerei hat ...im vergangenen Sommer entdeckt....
Von dem Mix aus farbenfrohen Werken, die im Kontrast zu den zumeist in eher kühl wirkendem Blau gemalten Portraits standen, zeigte sich auch Stadtwerke-Geschäftsführer Wolfgang Brinkmann angetan:" ihre Arbeiten laden zu Entdeckungen ein ..."
Text von: Lars Freitag
Neue Westfälische
Ausstellung Rietberg 2007
Kräftige Farben, Einfachheit und ein hintergründiges Leuchten sind die ersten Merkmale, die Andrea Künkeles groß- und kleinformatige Bilder ausstrahlen. Am Mittwochvormittag wurde die „Ausstellung 2007“ mit 31 Werken der Bielefelder Malerin in den geräumigen Fluren der Werkstatt an den Schlossgärten feierlich eröffnet.
„Rot / Orange“, „Blau / Grün“ oder einfach nur „Gelb“ sind zum Beispiel einige jener zahlreichen Ölbilder benannt, die auf den ersten Blick im Hauptgang so unkompliziert und einfach wirken. Sich am Quadrat sowie an Rechtecken orientierende einfarbige Flächen weisen in ihren vielfältigen Varianten allerdings bei längerem Hinschauen eine geheimnisvolle Tiefe auf.
Künkelens wiederholt intensive Hinwendungen zu nur einer, zwei oder allenfalls drei Farben auf einem Bild, die allerdings gestuft und mit fast unmerklichen Übergängen aufgetragen wurden, lassen die Farbe als Solche interessant werden.
„Fasziniert und gerührt“ war auch der Leiter der Werkstatt an den Schlossgärten, Werner Starke, da er vor vier Jahren im Rahmen der Bielefelder „Offenen Ateliers“ erstmalig vor drei großformatigen Bildern Künkelens stand. Dass sein damaliges Farberlebnis „beruhigend und gleichzeitig das Gegenteil“ für ihn war und auch sein „Zeitgefühl plötzlich wie weg“ war, berichtete er in seiner Einführungsrede bei der Vernissage. Veranlasst durch diese Bilder, „aus seinem Alltag zwei Schritte zurück zu treten“ und auf diesen wie „von oben zu schauen“, regte er ebenfalls an. Denn dann würde das „schwer mit Worten zu beschreibende, innere Strahlen und der spirituelle“ und gar „religiöse Aspekt“ sich zeigen können. Dies entspräche auch folgender Aussage von Simon Weil: „Es gibt nur eine Methode um Bilder zu verstehen; nicht versuchen sie zu interpretieren, sondern sie so lange zu betrachten, bis das Licht hervorbricht.“
Auch die Kulturbeauftragte, Erika Düfelsiek sowie Rita Krane – Letztere trat als Mitglied des Aufsichtsrates für den Kreis für Ausstellungen der Beschäftigten wiederholt als Schirmherrin auf – zeigten sich in ihren Begrüßungsworten beeindruckt. Neben ihren Farbvariationen stellt die an der Fachhochschule Ottersberg ausgebildete Künkele jedoch auch figürliche, kleinformatige „Reliefs auf Holz“ sowie Starporträts wie von den „Beatles“, „David Bowie“ oder „Hendrix“ aus.
Ließ sie bei den so genannten „Reliefs“ die menschliche Gestalt sich aus vertikalen, recht schmalen, in rostbrauner Tönung gehaltenen Flächenbildungen ihre Körperform erst erobern, weisen zuletzt genannte Exponate naturalistisch unverkennbare Ähnlichkeiten auf. Jedoch auch diese sind, trotz der hier naturalistischen Herangehensweise, wie alle zuvor Besprochenen mit Seele erfüllt.
Text: Johannes Zoller
Neue Westfälische
Atelierbesuch Setember 2009
Hervorbrechen des Lichts
Die Bilder der Malerin beeindrucken durch kräftige Farben und klare Formen
Der Hirschkopf leuchtet preußischblau vor einem Hintergrund, der in seiner hellroten Frabigkeit an ein Signalband erinnert, mit dem Jäger sich bei Treibjagden davor zu schützen versuchen, mit dem Wild verwechselt zu werden. Ein bischen ironisch, ist die Serie schon zu der das Ölbild gehört, zumal Andrea Künkele ihr den Titel " Blau-Wild" gegeben hat. Doch wenngleich das leuchtend leichte Bild mit dem Klischee des dunklen schweren Ölschinkens " Röhrender Hirsch" spielt, erweist es dem naturalistischen Motiv andererseits seine verfremdende Reverenz. Karikaturen sind Andrea Künkeles neue Bilder mit Sicherheit nicht, der künstlerische Blick auf die mit allerlei Mystischem und Märchenhaften belegte Kreatur Hirsch ist bei ihr lediglich übersetzt in eine eigene Formen-Farbensprache. Für die 6 Bilder, die bislang zu der "Blau-Wild"-Serie gehören, hat Andrea Künkele neben den hellen Rot-und Blautönen nur Weiß verwendet, kein Schwarz.